Whisky, Lords und Dudelsack

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29.00 inkl. MwSt.

Autor*innen: Gregor von Rezzori
Mitwirkend: Fried Nielsen
Mitwirkend: Gabriele Radecke
Erscheinungsdatum: 11.2025
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-99029-674-5

Artikelnummer: 9783990296745 Kategorie:
Beschreibung

Schottland, Frühsommer 1960. Auf den Spuren der „düsteren Glut der Geschichte“ bereiste Gregor von Rezzori das nördlichste Land Großbritanniens. Von London aus ging es über die Scottish Borders nach Edinburgh, Stirling und St. Andrews vorbei am Loch Lomond und an Oban zu den Äußeren und Inneren Hebriden bis zur Isle of Skye.
Seine Erlebnisse hielt Rezzori in einem Reisetext fest, der unter dem Titel Whisky, Lords und Dudelsack in fünf Folgen zwischen Juli und Oktober 1960 im Norddeutschen Rundfunk gesendet wurde. Wie seine Romane ist auch dieser Schottland-Essay geprägt von feiner Ironie und beeindrucken- der Beobachtungsgabe. Informativ und unterhaltsam zeichnet Rezzori das zeitlose Panorama einer europäischen Insel, deren Geschichte und Gegenwart weltweit faszinieren.
Das Manuskript ist zwar verschollen, aber im Archiv des Westdeutschen Rundfunks sind die Tonaufnahmen überliefert. In diesem Band werden Rezzoris Schottische Impressionen erstmals mit Anmerkungen, Abbildungen und einem Nachwort publiziert.

Rezensionen (1)

1 Rezension für Whisky, Lords und Dudelsack

  1. Karsten Koblo, aus-erlesen.de

    Wir schreiben das Jahr 1960. Frühjahr. Der Journalist Gregor von Rezzori bereist Schottland. Im Sommer / Herbst des gleichen Jahres wird er seine Eindrücke in fünf Radioreportagen den Hörern seines Senders (Norddeutscher Rundfunk) kurz vor dem Mittagessen näher bringen. Jeweils eine Dreiviertelstunde! Kurzer Abstecher in die Gegenwart: Man stelle sich vor, dass einer der unzähligen Podcaster eine Dreiviertelstunde lang über seine Reiseerlebnisse erzählt. „Wow, echt krasse Berge hier!“ . mehr würde doch bei den meisten nicht rauskommen.
    Vor 66 Jahren konnte man davon ausgehen, dass man – Radio war, ist und bleibt Kino im Kopf – bleibende Eindrücke zurückblieben. Schottland war schon damals ganz gut besucht. Engländer, Amerikaner, Kanadier kamen, um ihre Wurzeln zu suchen. So mancher suchte anhand eines Tartanmusters vielleicht sogar seinen Clan. Den Zahn kann von Rezzori den meisten gleich ziehen. Denn die urtypischen Schottenkaros sind gar nicht so alt wie man landläufig vermutet. Sie kamen erst im victorianischen Zeitalter auf. Das ist ’ne Sensation! Und für viele eine herbe Ernüchterung.
    Zusammen mit Jürgen Schüddekopf war er wochenlang in Schottland unterwegs. In einem Jaguar Mark IX. Komfortabel reisen war unerlässlich, um einem – damals schon – Sehnsuchtsland auf die Pelle zu rücken. Es blieb nicht dabei. Beide tauchten tief in die Geschichte des Landes ein. Auch dem Nationalinstrument, dem Dudelsack, entlockten die Töne, die für viele neu waren. Wie niederschmetternd muss es für viele Stammtischexperten gewesen sein zu hören, dass der Dudelsack wahrlich keine Erfindung der Schotten ist. Aber wenigstens der Whisky – der muss doch schottisch sein?! Isser. Das beruhigt das geschundene Herz.
    In den Archiven des Radiosenders schlummerten seit Jahrzehnten die Manuskripte der Sendung. Ebenso die Sendebänder. Nun wurden sie herausgekramt und in diesem einzigartigen Buch veröffentlicht. Radio zum Nachlesen. Und mit Bildern! Das spart zwar nicht das Mitdenken beim Lesen, vermittelt aber ein abschließendes Bild dieser Reise, die man so nie wieder machen kann. Heute ist Schottland in der Hauptsaison übersät von Individualtouristen, die entgegen ihrer Natur alles plattwalzen, was ihnen vor die Wanderschuhe kommt. Andere ergießen sich Wunderworte, wenn sie echten schottischen Whisky probieren (und wieder ausspucken, weil man das halt so macht…). Pubfolklore inklusive.
    In der Reihe „Europa erlesen“ nimmt dieses Buch nicht wegen des Formates einen besonderen Platz ein. Es ist der Mut ein Buch auf den Markt zu bringen, das aufgrund seiner nicht vorhandenen Aktualität einen ganz speziellen Leserkreis anspricht. Wer Schottland außerhalb von „nur“ grünen Wiesen und „nur“ alten Schlössern besuchen will, der braucht Einblicke in die Zeit als Sehnsüchte noch Jahre brauchten bis sie sich in Wirklichkeit verwandeln konnten.

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