Schriftenreihe der Akademie Friesach, Band 6

340 Seiten, gebunden, Fadenheftung, Lesebändchen

€ 22,00 / sfr 31,90

Die Kluft zwischen Ideal und Wirklichkeit

Zum Buch:
Der vorliegende Band folgt den vielfältigen Ausformungen des Menschenbildes in mittelalterlichen Bildern und Texten. Ausgehend von einer Funktionsbestimmung des Bildes und einer Analyse des Sehsinns werden die unterschiedlichen Dimensionen des Körperbildes beleuchtet. Im Bereich der mittelalterlichen Frömmigkeitspraxis wird der menschliche Körper zur Heiligung der Seele instrumentalisiert. Auf Herrscherbildern dient er der Repräsentation von Macht und Machtanspruch. Das Selbstporträt verweist auf das veränderte Selbstverständnis des Künstlers und dessen neue gesellschaftliche Position. Das Bild des Narren wird zum Symbol für menschlichen Unverstand schlechthin. Der monströse Körper in seinen unterschiedlichen Ausformungen erfüllt seine Aufgabe als Zeichenkörper. In dieser Funktion kann er Teil des göttlichen Schöpfungsplanes sein, Zeichen für kommendes Unheil oder auch Reflexion von Fremderfahrung. Literarische Bildstereotypen werden in Bildern kodifiziert und tradiert. Das Fremde, das in gleicher Weise anzieht und abschreckt, äußert sich auch im Bild des schwarzen Menschen, das sich eingespannt zeigt im Spannungsfeld zwischen Dämon und märchenhaftem Held.

Elisabeth Vavra, geboren in Wien, Studium der Kunstgeschichte an der Universität Wien, tätig am Institut für Realienkunde des Mittelalters und der Frühen Neuzeit der österreichischen Akademie der Wissenschaften, Krems/Donau, Schwerpunkte der wissenschaftlichen Forschung: Interpretationsmöglichkeiten von Bildquellen, Untersuchungen zu Wandlungen des Frauenbildes in der Kunst; Organisation von zahlreichen kulturgeschichtlichen Ausstellungen.

Rezensionen & Reaktionen

Pressestimmen

Der Klagenfurter Wieser Verlag hat deshalb die elegante und informative Reihe »Europa erlesen« gegründet, die verschiedene literarische Visionen einer Gegend oder einer Stadt vorstellt. Bereits die Titel lassen erkennen, daß hier das Unbekannte gleichberechtigt neben das Berühmte tritt. Entworfen werden soll eine kulturelle Anatomie Europas, die den Zusammenhang des Ganzen, aber auch die eigenständigkeit der Teile faßt. Gerade in einer Zeit, die im Osten politische und im Westen ökonomische Grenzlinien zu Fetischen kultureller Identität macht, kommt der Aufmerksamkeit für Randregionen ein gesteigerter Wert zu: In der Schnittmenge von Eigen- und Fremdbild entsteht das unverwechselbare Profil von Gegenden, die sich selbstbewußt in die Vielfalt Europas einpassen.

Neue Zürcher Zeitung

“Echte Kulturmenschen erkennt man in Zukunft daran, ob Sie dieses kleine Büchlein eingesteckt haben.”

Karin Resetarits, ORF

“Eine Einstiegsdroge – ohne diese kleinen Bände mag man gar nicht mehr verreisen.”

Uschi Loigge, Kleine Zeitung

“Handlich, mit Goldprägung und Lesebändchen sind die kleinformatigen Büchlein wahre Kleinodien.”

Tobias Gohlis, Die Zeit