Herausgegeben und aus dem Alttschechischen übertragen von Agáta Dinzl-Rybárová

Mit einem Vorwort von Jirí Gruša
304 Seiten, gebunden, bedruckter
Vor- und Nachsatz,
Lesebändchen, Prägedruck
EUR 29,90 / sfr 36,00

Über das Buch:

Als 1401 Johannes von Tepl den frühneuhochdeutschen Ackermann aus Böhmen geschaff en hatte, konnte niemand ahnen, wie wichtig dieses Werke für die sich gerade entwickelnde alttschechische Literatur sein würde. Um 1407 schrieb ein unbekannter böhmischer Gelehrter aus dem Umkreis des Johannes von Tepl das Streitgespräch Tkadlecek, auch Streit des Liebhabers mit dem Unglück genannt. Dieses ist eines der wichtigsten Werke der tschechischen Literatur.
Im Ackermann führen der Witwer und der personifizierte Tod einen Streit über den Tod der Gattin, im Tkadlecek der verlassene Liebhaber und das personifizierte Unglück. Mit diesen beiden Werken beginnt sich sowohl in der deutschen wie auch in der tschechischen Literatur eine neue Prosa zu entwickeln.
Der Tkadlecek löste sich von seiner Vorlage. So entstand ein modernes Werk, das durch Zitate aus Theologie und Philosophie, durch Weisheiten, Anspielungen und dargestellte Lebenssituationen seine Zeit auf eindrucksvolle Weise beschreibt. Dieses Werk kann unsere Kenntnisse über die europäische Literatur des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit wesentlich erweitern. Prag war in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts ein europäischer Mittelpunkt für Literatur und Kunst.
Wesentlich waren unter Karl IV. die Gründung der Prager Universität im Jahr 1348 und der Einfl uss des italienischen Frühhumanismus durch Francesco Petrarca, der auch am kaiserlichen Hofe wirkte. Dadurch wurde das Latein der Spätantike ein wesentlicher Faktor für die Entstehung der neuen Prosa in der deutschen und tschechischen Sprache des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit (Rhetorik, Philosophie).
Die beiden Texte zeigen als erste diese Entwicklung und stehen daher am Anfang einer neuen literarischen Epoche. Ihre Bedeutung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.

 

 

 

Rezensionen & Reaktionen

Pressestimmen

Der Klagenfurter Wieser Verlag hat deshalb die elegante und informative Reihe »Europa erlesen« gegründet, die verschiedene literarische Visionen einer Gegend oder einer Stadt vorstellt. Bereits die Titel lassen erkennen, daß hier das Unbekannte gleichberechtigt neben das Berühmte tritt. Entworfen werden soll eine kulturelle Anatomie Europas, die den Zusammenhang des Ganzen, aber auch die eigenständigkeit der Teile faßt. Gerade in einer Zeit, die im Osten politische und im Westen ökonomische Grenzlinien zu Fetischen kultureller Identität macht, kommt der Aufmerksamkeit für Randregionen ein gesteigerter Wert zu: In der Schnittmenge von Eigen- und Fremdbild entsteht das unverwechselbare Profil von Gegenden, die sich selbstbewußt in die Vielfalt Europas einpassen.

Neue Zürcher Zeitung

“Echte Kulturmenschen erkennt man in Zukunft daran, ob Sie dieses kleine Büchlein eingesteckt haben.”

Karin Resetarits, ORF

“Eine Einstiegsdroge – ohne diese kleinen Bände mag man gar nicht mehr verreisen.”

Uschi Loigge, Kleine Zeitung

“Handlich, mit Goldprägung und Lesebändchen sind die kleinformatigen Büchlein wahre Kleinodien.”

Tobias Gohlis, Die Zeit