Aus dem Rumänischen übersetzt von Jan Cornelius
ca. 200 Seiten, gebunden, Lesebändchen
EUR 21,00

Der Roman erzählt mit bitterem Humor und Anteilnahme die Geschichte Jewgenis, eines durch das Leben irrenden Jungschriftstellers, und die seiner Vermieterin Valeria. Doch Florin Lăzărescu nimmt nicht lediglich die als Seelenstarre bezeichnete Lebenskrise seiner Protagonisten unter die Lupe, die sich bei Jewgeni vornehmlich durch eine ewige Schreibblockade äußert, und bei Valeria durch die permanente Panik vor der lauernden Alzheimer-Krankheit, sondern auch die Seelenstarre der ganzen Stadt. Denn die Stadt mit all ihren kleinen, dramatischen Geschichten ist die dritte Hauptfigur des Romans, sie wird mit bitterer Ironie und sarkastischem Realismus beschrieben. „Seelenstarre“ ist ein Roman über notwendige, jedoch unrealistische Hoffnungen und kleine Alltagsfreuden, die über die Absurdität des Lebens hinwegtäuschen.

Trotz des gründlichen Gesundheitschecks gelang es ihm noch nicht einmal, den genauen Namen seiner Krankheit herauszubekommen. Die Ärzte hatten ihm bloß vermutliche psychische Störungen genannt – vegetative Dystonie, Agoraphobie, Hypochondrie, Depression, Anxietät – deren Symptome er jedoch nur zum Teil bei sich wiedererkannte. Und da er mit einem namenlosen Leid nicht leben konnte, erfand er einen Namen dafür: Seelenstarre.

Florin Lăzărescu, geboren 1974 in Iași, Rumänien, wo er auch heute noch lebt, studierte Philologie. Er ist einer der bekanntesten rumänischen Schriftsteller. Florin Lăzărescu arbeitet auch als Publizist und Drehbuchautor. Seine realistisch-ironischen Bücher wurden in zehn Sprachen übersetzt.

Jan Cornelius, geboren in Reschitz, im rumänischen Banat, studierte Anglistik und Romanistik. Er floh vor Ceauşescus Diktatur und lebt seit 1977 in Deutschland als Schriftsteller, Kulturjournalist und Literaturübersetzer.