Essays und Skizzen
160 Seiten, broschiert

EUR 14,80/sfr 25,80
 
ZUM BUCH

Nie hatte er jemandem von seiner speziellen, beinahe lebenslangen Beziehung zur Quergasse Mitteilung gemacht. Jetzt spielte er mit dem Gedanken, ein paar Notizen dazu anzufertigen.

Die Essays und Skizzen Ludwig Lahers zeichnen sich wie sein übriges Werk durch fundiertes Wissen, feines Gespür, überraschende Blickwinkel und eine breite Themenvielfalt aus: Zeitgeschichte und Zeitgeist, Sprache und Literatur, Kunst und Leben, Gesellschaft und Landschaft, Wetter und Unzeit. Je scheinbar unbedeutender
und kleiner dabei der Gegenstand seiner Aufmerksamkeit, desto poetischer das literarische Verfahren, mit dem Laher in knappen Worten weit über das simple Detail hinausweist: etwa auf die Weltaneignung eines Betrachters, dem das Straßenschild Quergasse in verschiedenen Phasen seiner persönlichen Entwicklung höchst Unterschiedliches vermittelt.
 

Ludwig Laher lebt als freier Schriftsteller in St. Pantaleon, Oberösterreich, und hat neben anderem eine Reihe von Romanen und Erzählungen veröffentlicht: z. B. Selbstakt vor der Staffelei (1998), Wolfgang Amadeus junior: Mozart Sohn sein (1999), Herzfleischentartung (2001), Aufgeklappt (2003), Folgen (2005). Im Wieser Verlag erschien 2003 der Gedichtband feuerstunde, 2004 gab Laher den EUROPA ERLESEN-Band Oberösterreich heraus.

Rezensionen & Reaktionen

Pressestimmen

28 Texte umfaßt der Band. Die Themen reichen von klugen sprachkritischen Überlegungen und Reflexionen zum Kulturbetrieb und zur politischen Lage bis zu Alltagsbeobachtungen, die das scheinbar Unwesentliche merkwürdig erscheinen lassen. (…) Immer wieder begegnet man in “Quergasse” Spuren des Nationalsozialismus, aber nicht weil Laher das Thema mit aller Gewalt sucht, sondern weil es sich (…) aufdrängt. Der Philosoph Konrad Paul Liessmann kritisiert bisweilen die Angewohnheit Intellektueller, Denken durch Moral zu ersetzen. Lahers Essays beweisen, dass Denken und Moral einander sehr überzeugend ergänzen können. Die Synthese heißt: intellektuelle Redlichkeit.
(Christian Schacherreiter, Oberösterreichische Nachrichten)

Dass es in Linz tatsächlich eine “Quergasse” gibt, die nichts anderes tut, als quer zum Verkehrsfluss der oberösterreichischen Metropole zu liegen, muss einem Schriftsteller wie Ludwig Laher gefallen. Eine literarische Skizze hat der Autor dieser kurzen Straße gewidmet und sie nicht ohne Grund auf den Titel seines Buches gehoben. Was quer zum Zeitgeist liegt, geniesst Ludwig Lahers Sympathien. (…) Wenn sich Ludwig Lahers Roman “Herzfleischentartung” mit der bisher verschwiegenen Geschichte oberösterreichischer Konzentrationslager auseinandersetzt, dann liefern seine Essays dazu weiteres dokumentarisches Material. Sie widmen sich Themen, die das österreichische Wesen an seinen verräterischen Details zeigen. In ihrer unbequemen Genauigkeit sind Lahers gesammelte Aufsätze dabei ein präziser Kommentar zum Zustand des Landes. Die Faktenversessenheit des Moralisten ist die Waffe gegen das große Ganze, gegen pauschale Verdächtigungen ebenso wie gegen vorschnelle Freisprüche. Ob Ludwig Lahers Aufsätze und kurze Skizzen von Querköpfen handeln, die in der NS-Bürokratie den rechtlichen Anspruch auf Menschlichkeit durchzusetzen versuchen, oder ob sie nur vom Wetter in der Literatur reden – sie denken und schreiben gegen den Strich.
(Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung)

28 Essays und Skizzen versammelt Ludwig Laher in seinem neuen Buch “Quergasse”. Das Verbindende an den Texten ist die Lust am genauen Hinschauen – unter anderem auf die Vergangenheit. (…) Doch die Zeitgeschichte und der Umgang mit dem Nationalsozialismus machen nur einen Teil des Buches “Quergasse” aus. Einen zweiten Schwerpunkt stellen die Schriftsteller und die Literatur dar. Ansonsten betrachtet Ludwig Laher die unterschiedlichsten Themen – aber stets auf sehr differenzierte Art.
(Gerald Ecker, Tips)