ca. 250 Seiten, gebunden, Vor- und Nachsatz,

Lesebändchen, Prägedruck

EUR 12.95/sfr 24,00

Zum Buch:

“Beobachten besteht vor allem darin, wahrzunehmen, was man eben nicht zu sehen erwartet.” Dieses Zitat aus dem Buch Ostseeatem von Alexander Peer und Erwin Uhrmann steht stellvertretend für die Atmosphäre der literarischen Texte. Sich selbst erfinden ist der Charakter jeder Reise, jeder Begegnung. Die Ostsee verankert den geografischen Raum der Erzählungen. Vilnius, Riga und Tallinn spielen darin zentrale Rollen. Es ist kein Buch über das Baltikum, sondern ein Buch, das das Baltikum mitgeschrieben hat, wo der Mythos vom geheimnisvollen Baltikum lebt und intakt ist. Ironische und stimmungsvolle Reiseerzählungen, Geschichten von Suchenden, die dubiose Welt der Nachtklubs und der Gesetzlosigkeit, verworrene Familienpuzzles, essayistische Auseinandersetzungen mit den Wendejahren sowie Kriegs und Nachkriegsdramen finden darin genauso Platz wie das Gedicht Die Datschas, das noch einmal Mut macht, von einem vereinten Europa zu träumen.

Aus dem Buch

Über die Neigung, sich in der Ferne zu verlieben.

Journal einer Reise ins Baltikum. 6. Oktober – Nachmittag

Eine ganze Nacht lang habe ich eine Reise durch die Nacht gemacht, in einem bequemen und wohltemperierten Abteil des Zuges von Warschau nach Vilnius.

Ich habe auf die dunkle Fensterscheibe geblickt und die Landschaft hinter ihr entworfen. Ich war die Sonne und der Schatten, der Wald und die freie Sicht, das Lkw-Brummen auf der Straße, die Ruhe im Niemandsland und das Niemandsland selbst, ein Junge, der zu spät in die Schule kam, ein Haus, das von einer Stadt überwuchert wurde, dann war ich der Horizont am Ende einer endlosen Wiese …. und schließlich ein Schuldschein, den niemand einzulösen vermochte. Ich war das Versprechen, dass das Leben schön sei, aber keiner nahm sich dafür Zeit; jeder ging achtlos an mir vorüber.

 

Rezensionen & Reaktionen

Pressestimmen

 

Der Klagenfurter Wieser Verlag hat deshalb die elegante und informative Reihe »Europa erlesen« gegründet, die verschiedene literarische Visionen einer Gegend oder einer Stadt vorstellt. Bereits die Titel lassen erkennen, daß hier das Unbekannte gleichberechtigt neben das Berühmte tritt. Entworfen werden soll eine kulturelle Anatomie Europas, die den Zusammenhang des Ganzen, aber auch die eigenständigkeit der Teile faßt. Gerade in einer Zeit, die im Osten politische und im Westen ökonomische Grenzlinien zu Fetischen kultureller Identität macht, kommt der Aufmerksamkeit für Randregionen ein gesteigerter Wert zu: In der Schnittmenge von Eigen- und Fremdbild entsteht das unverwechselbare Profil von Gegenden, die sich selbstbewußt in die Vielfalt Europas einpassen.

Neue Zürcher Zeitung

“Echte Kulturmenschen erkennt man in Zukunft daran, ob Sie dieses kleine Büchlein eingesteckt haben.”

Karin Resetarits, ORF

“Eine Einstiegsdroge – ohne diese kleinen Bände mag man gar nicht mehr verreisen.”

Uschi Loigge, Kleine Zeitung

“Handlich, mit Goldprägung und Lesebändchen sind die kleinformatigen Büchlein wahre Kleinodien.”

Tobias Gohlis, Die Zeit

 

“Um dieses Buch zu lesen, braucht es Atemwölkchen vor dem Mund, blaue Fingerspitzen in der Nebelsuppe und stickig-heiße Gaststuben.”

Barbara Zeman in “the gap”.