ca. 300 Seiten, gebunden, Vor- und Nachsatz,

Lesebändchen

slowenische Ausgabe ISBN 3 85129 563 3
deutsche Ausgabe ISBN 3 85129 562 5

je EUR 18,80 / sfr 33,20

zum Buch:

Die persönlichen Erinnerungen des Organisators des Widerstandes in Kärnten gegen das Dritte Reich und die nationalsozialistische Gewaltherrschaft, geschrieben in der Gefangenenanstalt Karlau, in die Karel Prušnik-Gašper nach dem Sieg über den Faschismus von den Engländern interniert wurde.

Als am 15. Mai 1945 der Sieg über den Faschismus endgültig Tatsache wurde und die letzten Kämpfe auch in Südkärnten verebbten, war es Gewissheit: Die nazistische Gewaltherrschaft war gebrochen, der industriellen Vernichtung von Menschen und Ressourcen ein Ende bereitet. Der Weg zur Demokratie und zur neuen demokratischen Ordnung in Europa wurde mit großem Leiden und persönlichem Einsatz erkämpft. Dazu beigetragen haben die Widerstandskämpfer der Kärntner Slowenen und viele Antifaschisten aus Österreich. Sie waren der einzige organisierte und bewaffnete Widerstand innerhalb des Dritten Reiches, und sie ließen sich auch nicht von defaitistischen Losungen einschüchtern, die da meinten, »warum als Partisan in den Wäldern gegen den Faschismus kämpfen, wenn sich doch Fichten nicht überzeugen lassen«.

Die 1958 in slowenischer Sprache erschienenen persönlichen Erinnerungen Karel Prušnik-Gašpers und seine detailgetreuen Aufzeichnungen waren zu seiner Zeit nicht nur ein erster Beitrag von Oral History, sie waren auch von dem Wunsch getragen, den nachkommenden Generationen die Grundlagen eines besseren Lebens zu vermitteln, und geleitet von der Sehnsucht, den jahrzehntelangen nationalistischen Auseinandersetzungen innerhalb Kärntens den Boden zu entziehen.

Franci Zwitter, der ehemalige Obmann des Slowenischen Zentralverbandes Kärnten, schrieb zur ersten deutschsprachigen Ausgabe dieses Werkes 1980:

»Das vorliegende Werk wird sicherlich dazu beitragen, nicht nur den ehemaligen Widerstandskampf der Kärntner Slowenen gegen den Nationalsozialismus im richtigen Lichte zu sehen, sondern auch den heutigen Kampf der Kärntner Slowenen um ihre verbrieften Rechte zu verstehen und die nach wie vor notwendige Einheit der slowenischsprachigen und deutschsprachigen fortschrittlichen Kräfte in ihren Bemühungen um die Sicherung und Festigung der schwer erkämpften Demokratie zu stärken.

Möge ihm dieser Erfolg im 25. Jubiläumsjahr der Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrages und im 60. Gedenkjahr der Kärntner Volksabstimmung zum Nutzen des gleichberechtigten Zusammenlebens des slowenischsprachigen und deutschsprachigen Volks in Österreich in Frieden und Freiheit beschieden sein!«

Dem ist aus heutiger Sicht nichts hinzuzufügen, außer dass wir das 60. Gedenkjahr des Sieges über den Faschismus und der Gründung der Zweiten Republik, das 50. Jubiläumsjahr der Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrages feiern und der 85. Wiederkehr der Kärntner Volksabstimmung entgegengehen, wobei auch heute die Chance nicht genutzt wird, das gleichberechtigte Zusammen-leben der slowenisch- und deutschsprachigen Menschen in Österreich zu fördern.