Aus dem Ungarischen übersetzt von Irene Rübberdt und Paul Kárpáti
ca. 200 Seiten, gebunden, Vor- und Nachsatz,

Lesebändchen, Prägedruck

EUR 14,95 / sfr 21,00

Gáspár Nagy wurde 1949 in Bérbaltavár (Westungarn) geboren. Abitur am Benediktinergymnasium von Pannonhalma, absolvierte eine Hochschule für Lehrerbildung. Als Verlagslektor, Zeitschriftenredakteur und zuletzt als Leiter der Kulturredaktion beim Ungarischen Katholischen Radio tätig. Seit 1975 regelmäßig eigenständige Lyrik- und Prosabände. Zahlreiche in- und ausländische Literaturpreise, darunter 1990 Attila-József-Preis und 2000 Kossuth-Preis, die höchste staatliche Auszeichnung in Ungarn. 2007 in Budapest gestorben.

Zu den Übersetzern
Paul Kárpáti, geboren 1933, aus dem ungarndeutschen Heimatdorf Györköny/Jerking 1947 in die damalige sowjetische Besatzungszone Deutschlands verbracht. Abitur in Pirna/Sachsen, Studium in Leipzig und an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zunächst freiberuflich tätig, ab 1961 Mitarbeiter an der Humboldt-Universität, ab 1985 dort mit der Leitung des Seminars für Hungarologie beauftragt; seit 1997 im Ruhestand. Lebt in Berlin und bei Sopron/Ödenburg. Herausgeber und Übersetzer ungarischer Belletristik, vornehmlich Lyrik, in Zusammenarbeit mit deutschsprachigen Dichtern (u. a. Franz Fühmann, Günter Kunert, Reiner Kunze, Heinz Kahlau, Uwe Kolbe). Übersetzung von Erzählprosa (u. a. Briefe aus der Türkei von Kelemen Mikes und Winterlamm von Márton Kalász) und Bühnenwerken (István Örkény), Mitherausgeber von Periodika, (Ko-)Autor von Sprachlehr- und Wörterbüchern.

Irene Rübberdt, geboren 1955 in Berlin. Studium der ungarischen Sprache und Literatur an der Budapester Loránd-Eötvös-Universität. War als Literaturwissenschaftlerin und in der Übersetzerausbildung am Seminar für Hungarologie der Humboldt-Universität zu Berlin tätig. Herausgeberin und Übersetzerin ungarischer Prosa und Lyrik, u. a. von Lajos Grendel, Róbert Hász, Lajos Kassák und Endre Kukorelly. Nach langer schwerer Krankheit 2003 in Berlin gestorben.

Im Wieser Verlag erschienen: Irene Rübberdt und Christine Schlosser (Hg.): Unsichtbare Ungarn — Ungarische Prosa jenseits der Staatsgrenzen. Anthologie (1999); Verschwiegenes Serbien. Stimmen für die Zukunft? (2001).

Aus dem Buch 
Ewig Sommer: ich bin 9 Jahre alt 
das Grab 
                        Nirgendwo
das Grab                                                                  die Mörder
der Leib                                                                                                   Nicht   H I E R
                        Nirgendwo
der Leib                                                                                                   Nicht   D A
das GebelN                                                               die Mörder
                       Nirgendwo
das GebeIN 
                                                                                  (PS)

eiNmal muß man sie begraben

wir wollen IN Erinnerung bewahren der

Mörder Namen laut zu sagen
                                                                                                                                             (1983)

Rezensionen & Reaktionen

Pressestimmen

Der Klagenfurter Wieser Verlag hat deshalb die elegante und informative Reihe »Europa erlesen« gegründet, die verschiedene literarische Visionen einer Gegend oder einer Stadt vorstellt. Bereits die Titel lassen erkennen, daß hier das Unbekannte gleichberechtigt neben das Berühmte tritt. Entworfen werden soll eine kulturelle Anatomie Europas, die den Zusammenhang des Ganzen, aber auch die eigenständigkeit der Teile faßt. Gerade in einer Zeit, die im Osten politische und im Westen ökonomische Grenzlinien zu Fetischen kultureller Identität macht, kommt der Aufmerksamkeit für Randregionen ein gesteigerter Wert zu: In der Schnittmenge von Eigen- und Fremdbild entsteht das unverwechselbare Profil von Gegenden, die sich selbstbewußt in die Vielfalt Europas einpassen.

Neue Zürcher Zeitung

“Echte Kulturmenschen erkennt man in Zukunft daran, ob Sie dieses kleine Büchlein eingesteckt haben.”

Karin Resetarits, ORF
 
“Eine Einstiegsdroge – ohne diese kleinen Bände mag man gar nicht mehr verreisen.”

Uschi Loigge, Kleine Zeitung

“Handlich, mit Goldprägung und Lesebändchen sind die kleinformatigen Büchlein wahre Kleinodien.”

Tobias Gohlis, Die Zeit