Alle 4 Bände im Schuber.

WEEO Band 10 (Geschichte Nordosteuropas)

WEEO Band 11 (Geschichte Mitteleuropas)

WEEO Band 12 (Geschichte Südeuropas)

WEEO Perspektivenband

Warum eine Enzyklopädie des europäischen Ostens
von Lojze Wieser

I
Es gibt einen Reichtum an Sprachen, es gibt einen Reichtum an Kulturen und Wissen, es gibt Schätze, die gehoben werden können.
Wir kennen Städte und Regionen, die seit je Anziehungspunkt für geistige Schöpfungen waren oder es immer noch sind.
Es gibt jene, die über Jahrhunderte gestrahlt, andere, die kurz aufgeleuchtet haben und versunken sind, um später wieder auf sich aufmerksam
zu machen, und jene, die bis heute verschollen blieben.
In den Städten und Regionen des europäischen Ostens begegnen wir Namen von Autoren, von Musikern, Wissenschaftlern, Nobelpreisträgern,
Forschern und Intellektuellen, nur einige sind uns noch geläufig, der Großteil blieb bis heute unbekannt oder ist in Vergessenheit geraten.
Die Wieser Enzyklopädie des europäischen Ostens ist Schatzsuche und zugleich Entdeckungsreise, ist ein Gobelin des Wissens und der Kulturen, ein Verknüpfen von Bildern. Aus der Vielzahl bekannter und unbekannter Namen und Begriffe entsteht ein ganzheitliches Bild von Städten, Regionen und von Menschen, entsteht ein
einheitliches Europa, entsteht ein Kontinent des Austausches ideologischer, religiöser, semantischer, ethnischer und kultureller Schöpfungen.
Die Wieser Enzyklopädie des europäischen Ostens baut Brücken zu neuen Welten und zu alten Kulturverbindungen; sie gibt uns ein Nachschlagewerk zur
Hand, das wir für Expeditionen zu uns selbst und unseren eigenen Wurzeln benötigen. Nur wer die Geschichte im gesamten und der einzelnen
Teile kennt, wird die Gegenwart verstehen und vor der Zukunft keine Furcht haben. Wir möchten dem Geist jene Nahrung geben, der die
Grenzen im Kopf zu überwinden imstande ist; denn erst mit der Überwindung der Begrenztheit kann es ein grenzenloses Europa geben,
wird Ängsten der Boden entzogen, werden Demagogen arbeitslos. Die Wieser Enzyklopädie des europäischen Ostens liefert dazu die unentbehrlichen Fundamente.
II.
Europa ist trotz seiner multimedialen Vernetzung, trotz seiner technischen Fähigkeiten und Möglichkeiten, Bilder in jeden Winkel dieses Kontinents zu senden, trotz der scheinbaren Transparenz im Grunde genommen noch ein vollkommen unentdeckter, von Abenteuern, Geschichten und Geschichte durchzogener Raum. Menschen und ihre Schicksale durchweben die Atmosphäre und kommen dort zum Vorschein, wo an der unscheinbaren Oberfläche gekratzt und gebohrt wird. Europa ist ein
Raum des allgemein Bekannten, scheinbar alles Wissenden, hinter dem sich Fremdes, Exotisches, ungeahnt Lebendiges und Wissenswertes versteckt.
III.
Europa ist ein Raum fallender Mauern, des Zusammenwachsens, der kulturellen Dominanz, gleichzeitiger kultureller Ignoranz, es ist ein Raum
des Verdrängens und Verwischens, und nicht zuletzt ein Raum, in dem die Geschichtsträchtigkeit vergangener Jahrhunderte vibriert, an allen
Ecken und Enden hervorlugt, aufgeladen mit Sensationen, Bildern, Wünschen und Träumen.
IV.
Europa ist nah und doch so fern. Der europäische Westen und der europäische Osten werden zusammenwachsen, wenn das nötige Wissen
angeeignet, die erforderliche Achtung allem Fremden und anderen gegenüber aufgebracht wird und das neuerliche Hoffen die Mauern der Furcht verdrängt.