Gedichte, Prosa, Briefeaus dem Nachlaß herausgegeben und mit Nachworten von Max Blaeulich und Gerhard Altmann
396 Seiten, Fadenheftung, gebunden, Lesebändchen

Neu entdeckt: Zwischen Bachmann, Lavant, Aichinger ein kühler Stern am Himmel der österreichischen Literatur. Mit bisher unveröffentlichten Gedichten, Tagebüchern, Briefen, Photos – ein Werk erschließt sich, das Hertha-Kräftner-Buch. 

ZUM BUCH
Sie liebte Engel: »Bring mir die Arche an die Grenze«. Was ihr begegnete, Männer … »wähle ich erst in der Erinnerung aus.« Sie sehnte sich ins Leben, dessen Hände sie nicht halten konnten, eh sie es sich nahm. Und: Sie verfaßte Gedichte in einem gar nicht verstörenden, in bitter-lichtem Ton – Perlmutt aus Schmerz, Knoten (Maß/Schrift) ihrer Sehnsucht … »es ist eine Seereise bis zu dir«. Träume, Erlebtes, Geliebte(s) halten, Traumata, Trennung, Tod bannen wollte sie im Schreiben – in Gedichten und Prosa, Briefen im »Roman in Ich-Form«, doch immer wieder, gewisser ahnend: »Der Bogen meiner Brauen ist kein Weg.« Die Tagebücher, vor allem ihrer Ausreisen (Norwegen, Paris), sind luzide, impressive Verzeichnisse der Schatten, die das ferne Herz warf. »Steigen in die kühlen Sterne« – ein früher Wunsch. Im Aufgehen schon verging ein Stern, der zu finden ist im Sternbild österreichischer Dichtung, zwischen Lavant, Bachmann, Aichinger. Dieses Buch umfaßt veröffentlichte und bisher unveröffentlichte Gedichte, Prosa, Tagebücher, Briefe, Fotos aus dem Nachlaß. Das Kräftner-Buch.

 Hertha Kräftner, geboren am 26. April 1928 in Wien. Kindheit, Kriegsende im Burgenland. 1946/47 Studienbeginn in Wien; 1948 erste Gedichtveröffentlichung in Lynkeus; 1949 Norwegenreise, Arbeit an einer Dissertation: »Stilprinzipien des Surrealismus, nachgewiesen an Franz Kafka«; 1950 Zugang zu literarischen Zirkeln (Weigel, Artmann), Veröffentlichungen in Neue Wege, Publikationen und Stimme der Gegenwart; 1951 wachsende öffentliche Beachtung, Parisaufenthalt. Am 13. November 1951 Freitod in Wien.
»Warum hier? Warum heute?« (Hrsg. Otto Breicha und Andreas Okopenko, Graz 1963, 1977 (Eisenstadt); Arbeiten von H. Kräftner wurden vertont (Kölz/Rühm), regten Künstler (u. a. Staudacher) und Schauspieler an.

Rezensionen & Reaktionen

Pressestimmen

Hertha Kräftners Texte sind nachwie vor Provokation … mit einer Tröstlichkeit räumen sie radikal auf: daß Literatur Therapie sei, daß man Todesangst dadurch in Schach halten und sich gesund schreiben könnte. Konstanze Fliedl, ex libris ORF