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Tote Kinderseele - Mein Weg zurück ins Leben
Hermine Reisinger
Mit einem Vorwort von Jutta Menschik-Bendele
ca. 200 Seiten, gebunden, Lesebändchen
EUR 21,00 / sfr 36,50
Ein erschütternder Bericht über eine Kindheit voll Gewalt und Misshandlung und den geglückten Weg aus der Leidensspirale.
Vernachlässigung, Misshandlung, sexueller Missbrauch hinterlassen immer tiefe Wunden in Körper und Seele. Quälende Gefühle von Scham, Schuld und Wertlosigkeit finden ihre körperliche Entsprechung in vielfaltigen Formen der Selbstverletzung, des Drogen- und Alkoholmissbrauchs und in anhaltenden diffusen Beschwerden wie Herzrasen, Schlafstörungen und Panikattacken. Das traumatische Geschehen ist in das Unbewusste eingeschrieben und kann jederzeit durch einen Geruch, ein Geräusch, einen Ort, einen Geschmack oder eine Berührung wieder wachgerufen werden. Das Vertrauen in die Welt, in die anderen Menschen, aber vor allem in das Selbst ist erschüttert worden. Diese Menschen brauchen erst einmal jemanden, der ihnen zur Seite steht und ihnen hilft, im Alltag zurechtzukommen – ohne Alpträume, ohne schädliche Eigenheilversuche, ohne ständige Ruhelosigkeit. Aus der Verzweiflung heraus an einen sicheren Ort geführt zu werden, an dem keine Übergriffe mehr befürchtet werden müssen, ist der erste Schritt zur Heilung. Wenn sie über das Entsetzliche reden können, ist es gut; wenn sie aber das Grauen unaussprechlich finden und über manches schweigen, muss es auch gut sein. Wir, die wir helfen wollen, müssen lernen, dass Wachstum nach einem Trauma sich immer unter der Regie des Opfers gestalten sollte und nicht nach dem Konzept der Therapeuten. Jutta Menschik-Bendele
Meine Mutter war ledig, und alle meine fünf älteren Geschwister waren von der Fürsorge bereits in Heimen oder bei Pfelgefamilien untergebracht worden. Ich weiß von meiner Mutter nur den Namen, den ich heute noch mit Stolz trage, und ihren Vornamen Margareth. Ich kenne Teile ihrer sehr traurigen Lebensgeschichte. Nach meiner Geburt hat sie dann doch noch geheiratet nund noch ein Kind bekommen, ist aber dann sehr bald bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Bei meiner leiblichen Mutter lebte ich laut Akt 32 Tage in einer Baracke. Heute denke ich, dass es die einzige Zeit war, in der ich Liebe und Geborgenheit erfahren habe.
Ich lutschte ab einem gewissen Zeitraum immer an meinem Daumen. Das versuchte die Pflegemutter mir sofort abzugewöhnen, indem sie meinen Daumen umwickelte und die Hände auf der Seite des Bettes festband. Ich kam tzotzdem frei und zu meinem Daumen. Später lutschte ich auch am Tag, um auf meinen schlechten körperlichen sowie seelischen Zustand aufmerksam zu machen! Dann kam sie darauf, mir die Daumen mit Schuhpaste einzuschmieren. Diese schmierte ich in Leintuch und lutschte trotzdem weiter. Dann machte sie mir Hühnerkot darauf, doch auch das brachte mich nicht ab, weiter an meinem Daumen zu lutschen.
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