Drittes Buch.
Roman
304 Seiten, Fadenheftung, gebunden, Lesebändchen
vergriffen;
diese gläserne Nadelspitze von Sprache oder EILAND Gefühl einer großen Liebe
Friederike Mayröcker

Zum Buch

Wenig ist mir in letzter Zeit so nah gegangen wie Fern von Marie-Thérèse Kerschbaumer. Erzählt wird von einem Kindermädchen, das die Unschuld der Kinder nicht mehr hat und das erwachsen abgebrühte Fehlen von Unschuld noch nicht. Was Kinder von der Welt ersehnen, kann dieses Mädchen formulieren. Was Erwachsene formulieren, kann das Mädchen entzaubern. Diese Figur wird jedem, der lesen kann, in Erinnerung bleiben als Mittlerin zwischen kindlicher Sehnsucht und jener Erwachsenenwelt, die vergessen hat, was die Idee des Lebens ist: eine schöne Seele zu erlangen – so schön, wie in der sprachlosen Zeit! M.-T. Kerschbaumer zeigt: Nicht das Erwachsen-Werden ist unvermeidlich, sondern das Groß-Werden möglich! Robert Menasse

Mitten im Wien unserer Zeit lebt eine Dichterin von europäischem Rang. Ein Meisterwesen der genauen Wahrnehmung, des unbestechlichen Erinnerns, der erstaunlichsten poetischen Eingebungen, mit einer Sprache, die auf Hermann Broch verweist und somit auf die stärksten Augenblicke der jüngeren österreichischen Literatur. Diese Dame heißt Marie-Thérèse Kerschbaumer und wurde zwar mit wesentlichen Preisen bedacht, aber zu unser aller Schaden bisher zu wenig gelesen. Ihre Bücher sollten in jeder guten Bibliothek als Kraftfeld genützt werden. André Heller

Marie-Thèrése Kerschbaumer, geboren 1936 nahe Paris. Mutter Österreicherin, Vater Kubaner. 1939 Rückkehr nach Tirol. Haupt- und Berufschule; Fremdarbeiten. Abendmatura. Studium der Romanistik und Germanistik, Studienaufenthalte in Italien und Rumänien. Lebt seit 1971 als freie Schriftstellerin und Übersetzerin in Wien. Zahlreiche Preise. Buchveröffentlichungen: Gedichte (1970), Der Schwimmer (Roman, 1976), Der weibliche Name des Widerstands (1980), Schwestern (Roman, 1982), Essays (1989), Versuchung (Roman, 1990). Beiträge in zahlreichen Anthologien und Zeitschriften.