Werkausgabe Wilhelm Pevny Band 11

Pevny nahm immer wieder zu aktuellen Ereignissen Bezug. Seine Beiträge wurden in diversen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht. Die Themen, für die er sich leidenschaftlich engagierte, waren Krieg und Frieden (Golfkriege), Afrika und die Dritte Welt (Apartheid-Südafrika), Integration von Zuwanderern, das Verhältnis von Mann und Frau, und immer wieder auch der Stellenwert von Kunst und Kultur.

Die hier veröffentlichten Texte kommentieren und begleiten Ereignisse vergangener Tage. Sie bieten einen Abriss jüngster Geschichte, zeichnen ein bewegtes Bild historisch wichtiger Geschehnisse – und wie die Menschen damit umgehen und darauf reagieren.

Als Leopold Figl vom Balkon des Belvedere den Österreicherinnen und Österreichern jenen berühmten Satz „Österreich ist frei!“ zurief, brachen die Landsleute unten im Park in Jubel aus. Die Kriegsgefahr in Europa war endlich gebannt, die langersehnte Selbstbestimmung für unser Land Wirklichkeit geworden. Elfjährig sass ich im Kreis der Verwandten und Hausbewohner vorm nagelneuen Schwarzweissfernsehgerät, und war tief gerührt. Nie wieder, sagten die Menschen: niemals wollen wir vergessen, wie das alles gekommen ist.

Wilhelm Pevny: Geboren 1944 in Wallersdorf (Niederbayern), 1946 Übersiedlung nach Wien – Studium der Theaterwissenschaft, 1967–69 Sprachlehrer in Paris. Theaterstücke u. a. am Akademietheater, Volkstheater Wien und La Mama, New York. Fürs Fernsehen schrieb er gemeinsam mit Peter Turrini die „Alpensaga“. In Mosambik drehte er 1985 den Film „Safari. Die Reise“. Lebt seit 1989 zurückgezogen in Wien und Retz, arbeitet an Langzeitprojekten. Im Wieser Verlag erschienen: Palmenland (2007), Luft (2009), Die Erschaffung der Gefühle (2013) und Im Kreis (2014). 2014 – Literaturpreis der Stadt Wien für sein Lebenswerk.