Werkausgabe Wilhelm Pevny Band 12

Bei Pevnys Gedichten handelt es sich nicht um herkömmlich Gereimtes, sondern eher im Sinne des ursprünglichen Begriffes um „Verdichtetes“ – Betrachtungen in rhythmischer Sprache. Über Leben, Liebe, Gesellschaft und Tod.

Unter den Kurzgeschichten finden sich Porträts von Menschen, die sich plötzlich der Erfüllung ihrer Wünsche nahe sehen (Der Installateur) oder sich in Extremsituationen wie etwa in Der Flug oder Der Hai oder Duell auf dem Hochseil wiederfinden.

Aber auch eine ausführliche Kindergeschichte war in Pevnys Archiv zu entdecken, oder das druckfertige, nicht veröffentlichte Prosaprojekt La Triangle, das dem Autor zu biographisch schien, um es für den Druck freizugeben – obwohl diese Trilogie mit Vorspiel einen der für ihn wichtigsten Texte darstelle, die er je geschrieben habe.

Ihren Abschluss finden diese Sammlung und die zwölf Bände – gleichsam: nach einem heftigen Leben, und bisweilen kräftigen Auf und Ab – mit einer nächtlichen Zugfahrt nach Paris aus dem Jahre 1962 und den Spatzen von Hofern (2017).

Als Kind war ich besessen von Liebe.
Ich wollte die Welt lieben
und von ihr geliebt werden.
Aber Liebe hat offenbar auch etwas mit Freiheit zu tun.
Und so muss ich hart kämpfen,
damit ich, was ich liebe, nicht besitzen will.
Aus dem Gedicht „Liebe und Besitz“

Wilhelm Pevny: Geboren 1944 in Wallersdorf (Niederbayern), 1946 Übersiedlung nach Wien – Studium der Theaterwissenschaft, 1967–69 Sprachlehrer in Paris. Theaterstücke u. a. am Akademietheater, Volkstheater Wien und La Mama, New York. Fürs Fernsehen schrieb er gemeinsam mit Peter Turrini die „Alpensaga“. In Mosambik drehte er 1985 den Film „Safari. Die Reise“. Lebt seit 1989 zurückgezogen in Wien und Retz, arbeitet an Langzeitprojekten. Im Wieser Verlag erschienen: Palmenland (2007), Luft (2009), Die Erschaffung der Gefühle (2013) und Im Kreis (2014). 2014 – Literaturpreis der Stadt Wien für sein Lebenswerk.