Werkausgabe Wilhelm Pevny Band 9

Von „Der Mann, der nicht lieben konnte“ bis zu „Luft“ und „tot“ spannt sich der Bogen von Pevnys Erzählungen, innert dreissig Jahren verfasst. Ob die Ambivalenz menschlichen Liebesvermögens durchleuchtet wird oder die Stunde des grössten Triumphs, es eine Filialleiterin ist, die ihren Job allzu gut macht, oder ein Forscher, dem die grösste Erfindung der Menschheit gelingt, immer durchleuchtet der Autor gern Verschwiegenes oder Verheimlichtes – das breite Spektrum unseres Seins mit einem Schuss bisweilen bitteren Humors vor unseren Augen entfaltend.

„Jetzt aber wischte sich Kuuskoski den Schweiß von der Stirn. Er hatte sich ein paar Momente lang vorgestellt, was das Ausbleiben von Gewalttaten – wie es sein Provinzkollege in so aufwühlender Weise beschrieb – für sein Millionenblatt bedeuten würde. Im Geist sah er seine Zeitung mit knallweißen, unbedruckten Seiten erscheinen. Keinen Monat würde sein Blatt ohne solche Storys überleben!“
Aus: „Die größte Erfindung der Menschheit“

Wilhelm Pevny: Geboren 1944 in Wallersdorf (Niederbayern), 1946 Übersiedlung nach Wien – Studium der Theaterwissenschaft, 1967–69 Sprachlehrer in Paris. Theaterstücke u. a. am Akademietheater, Volkstheater Wien und La Mama, New York. Fürs Fernsehen schrieb er gemeinsam mit Peter Turrini die „Alpensaga“. In Mosambik drehte er 1985 den Film „Safari. Die Reise“. Lebt seit 1989 zurückgezogen in Wien und Retz, arbeitet an Langzeitprojekten. Im Wieser Verlag erschienen: Palmenland (2007), Luft (2009), Die Erschaffung der Gefühle (2013) und Im Kreis (2014). 2014 – Literaturpreis der Stadt Wien für sein Lebenswerk.