Von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer

In zwei Bänden zusammen ca. 950 Seiten, gebunden, Vor- und Nachsatz,

Lesebändchen, Prägedruck

EUR 38,85/sfr 66,00

Zum Buch:

Umfassend und reich bebildert wird der römische Limes beschrieben. Die Klammer des zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Limes umfasst die gemeinsamen Wurzeln der gesamteuropäischen Kultur, von der Nodsee bis zum Schwaren Meer. Marlies und Vojislav Vujovic haben alle Stationen bereist und lassen die Leserinnen und Leser teilhaben an einer Entdeckungsreise durch Europa und durch die Vergangenheit. In seiner ganzen Fülle wird der Limes mit seinen Provinzen hier vorgestellt, von der Rheinmündung bis zum Donaudelta. Die Beschreibung der Stätten wird ergänzt durch informative Kapitel zur römischen Geschichte und Kultur. Das macht diese Bände zu einem ganz besonderen Begleiter, Reiseführer und Geschichtsbuch, zuverlässigen Wegweiser für unterwegs und Nachschlagewerk für zuhause. Zum Nachlesen und Nachreisen.

Marlies Vujovic, geboren in Hamburg an der Elbe nicht weit von der Nordsee, ist als Fotografin tätig, ihre Aufnahmen sind in Enzyklopädien, Bildbänden und Reiseführern zu finden.

Vojislav Vujovic, geboren in Bar an der südlichen Adria, war Diplomat, Verleger und hat Texte über die Antike und das Mittelalter verfasst. Beide sind sie intime Kenner des europäischen Limes und des Balkanraumes. Das Ehepaar lebt in Wien und Belgrad.

Über das Buch:

Die Idee, dass wir uns mit dem Limes beschäftigen, entstand im Mai 1988, als Petar Miloševic, Direktor des Museums in Sremska Mitrovica (Serbien), Marlies und Vojislav Vujovic anrief und von einem sensationellen Fund erzählte. Bei der Ausgrabungsstätte angekommen, waren wir beeindruckt: Vor uns standen auf einem verhältnismäßig kleinem Raum 70 freigelegte römische Altäre, die dem Gott Jupiter und dem Genius, dem göttlichen Schutzgeist der Stadt Sirmium, geweiht waren. Eine Faszination, die uns auf der Rückfahrt nach Belgrad auf die Idee brachte ein Buch über den Limes, von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer, zu schreiben.

Bereits nach wenigen Monaten machten wir uns an die Arbeit,  die nun nach Jahren, einer Unmenge an  Fotos,  über Tausende Kilometer an Autofahrten, aber auch vielen   Kilometern, die wir zu Fuß gelaufen sind, mit dieser Ausgabe beendet wird. Wir hatten uns nicht nur auf die militärische Grenze mit Legionslagern und Kastellen konzentriert, sondern auch auf das Leben in den Grenzprovinzen. Wir fuhren teilweise durch Gegenden, wo im Umkreis von vielen Kilometern keine Menschen anzutreffen waren, obwohl es Gebiete sind, wo zur Zeit der Römer  Städte und Siedlungen  waren. Bei dieser Arbeit benutzten wir umfangreiche Literatur, wobei besonders Publikationen der Ausgrabungsstätten und Museen von großer Hilfe für uns waren. Beim Sammeln des Materials für die Abbildungen erhielten wir Unterstützung von folgenden Museen, denen wir hiermit danken: Museum Het Valkhof  in Nijmegen; Museum in Remagen; Wetterau-Museum in Friedberg; Museum in Eichstätt; Gäubodenmuseum in Straubing; Museum Lauriacum in Enns; Römer Museum, Hoher Markt 3 in Wien; Historické múzeum in  Bratislava; Oblastné podunajské múzeum in  Komárno; Freilichtmuseum der Zivilstadt Aquincum in Budapest; Savaria Múzeum in Szombatheley; Intercisa-Museum in Donaujvaros; Muzej Slavonije in Osijek; Muzej Srema in Sremska Mitrovica; Muzej grada Beograda in Belgrad,  Narodni muzej in Belgrad, Muzej 25. Maj in Belgrad;  Narodni muzej in Požarevac; Istoriceski muzei in Silistra; Gorodsko-istoriceski muzei in Svištov; Arheologiceski muzei in Varna; Musée d’Historie Nationale et d’Archéologie in Constanta; Muzeul Tropaeum Traiani in Adamclisi; Museul d’Historie in Tulcea sowie von dem Schwesterorden der Basilika SS.Quattro Coronati in Rom. 

Gleichzeitig gilt unser Dank auch Freunden, die uns mit ihren Bemerkungen zum Thema oder mit ihrer Arbeit geholfen haben.  Ein besonderes Dankeschön sagen wir unseren Kindern Violeta mit Stefan und  Oliver, die uns all die Jahre über bei unserem Projekt  unterstützten.

Hinweisen möchten wir einerseits auf die Karten mit eingezeichneten zivilen und militärischen Lokalitäten sowie Hauptstraßen vor Beginn des Textes jeder Provinz  und anderseits auf  den Anhang im Band 2:

– Zeittafel, wo alle wichtigen Ereignisse chronologisch geordnet sind, die sich in den Provinzen am Limes von  Konsul Gaius Marius bis Kaiser Phokas,  abgespielt haben. 

– Römische Herrscher, eine chronologische Aufzählung der Herrscher von Cäsar bis Phokas mit Namen und offiziellen Namen, Geburtsdatum und Ort, Todestag und Ort und ihrer Regierungszeit (auch als Mitregent oder Usurpator).

– Zivilstädte, Namensliste der Städte in den Grenzprovinzen am Limes und in welchem Jahr diese den Status Munizipium oder den Rang Kolonie erhielten. Von der ersten colonia lulia Emona (Slowenien) in der Zeit von Tiberius, bis Munizipium Sopianae (Ungarn) in der Zeit von Diokletian.

Wir hoffen, dass wir mit unserer Beschreibung der Provinzen,  Lokalitäten und  Lebensweise ihrer Bewohner,  ergänzt durch informative Kapitel, sowie den zahlreichen Abbildungen die Aufmerksamkeit  der Leserinnen und Leser zufrieden stellen können. 

Marlies und Vojislav Vujovic

Weitere Informationen unter:  www.limes.me

Rezensionen & Reaktionen

Pressestimmen

Lieber Herr Vujovic,

vielen Dank für Ihre Publikation “Der Limes – von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer”, die uns neulich zugeschickt wurde. Eine übersicht über die ganze Strecke des Limes auf dem europäischen Festland war bis jetzt nicht vorhanden und bildet deshalb eine Bereicherung für unsere Bibliothek. Gerne möchte ich Ihnen und Ihre Gattin gratulieren mit diesem schönen Resultat Ihrer langjähriger Arbeit.

Mit freundlichen Grüßen,

Louis Swinkels

Drs. L.J.F. Swinkels, Hoofd collectiebeheer / conservator archeologie

 

Süddeutsche Zeitung

10.3.2008)

Die Nabelschnur

 Vojo und Marlies Vujovic sind dem Limes quer durch Europa gefolgt und haben dabei jeden Stein umgedreht

Haarklein beschreiben Vojo und Marlies Vujovic, wie die alten Römer ihr Reich abgesichert haben vermittels Wällen und Kastellen; wann und wo welche Legion die Grenzbefestigung entlang des Rheins oder der Donau errichtet und ausgebaut hat. Und doch wird sehr schnell klar, dass der Limes weit mehr war als eine militärische Anlage zur Abschirmung. Einer Nabelschnur gleich zog sich der Limes von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer und nährte zahlreiche neu entstandene Provinzen mitsamt ihren Zivilstädten. Mögen aus Sicht des römischen Reiches Nieder- und Obergermanien, Rätien, Pannonien oder Dakien Peripherie gewesen sein – der Limes hat sich gleichwohl zur zentralen Achse des Kontinents ausgewachsen. Er hat Völker nicht nur getrennt, sondern auch verbunden. Die Zivilisation, die sich an seinem Verlauf entwickelt

hat, bezeichnen Vojo und Marlies Vujovic als den „Commonwealth der Antike“.

Die beiden Autoren haben den Limes akribisch erforscht, beinahe möchte man meinen: Kilometer für Kilometer abgeschritten. Ihr zweibändiges Werk mit der äußeren Anmutung zweier Gebetsbüchlein ist denn auch eine Mischung aus Geschichts- und Reisebericht. Mit einer beinahe buchhalterischen Genauigkeit errichten die Autoren den Grenzwall in der Imagination noch einmal; kein Holz-Erde-Kastell, von dem man zumindest ahnen kann, dass es existiert habe, wird ausgelassen auf dem Weg von Meer zu Meer. Und zur geographischen kommt die zeitliche Dimension – der Verlauf und die Gestalt des Limes haben sich unentwegt verändert, die Legionen, die in den einzelnen Provinzen stationiert waren, wurden immer wieder ausgetauscht. Überdies war die Bedeutung einzelner Städte und Regionen ebenfalls Konjunkturen unterworfen.

Den Fluktuationen folgen Vojo und Marlies Vujovic bis in die Gegenwart, wenn auch für die Zeit nach dem Ende des antiken römischen Reichs in großen zeitlichen Sprüngen. Am gegenwärtigen Erscheinungsbild der

Limes-Regionen interessiert sie vor allem, was sich aus den römisch dominierten Jahrhunderten erhalten hat. Das sind nicht zuletzt eine ganz Reihe Kuriositäten. In den Turm der Deichkirche im niederländischen Dodewaard am Waal zum Beispiel ist als schmückendes Element der Grabstein eines römischen Veteranen namens Marcus Traianius Gumattius eingemauert. In der Provinz Noricum auf dem Gebiet des heutigen Österreich wurde unter Mark Aurel Virunum als Provinzhauptstadt abgelöst von Ovilava, dem heutigen Wels. Virunum verkam mit der Zeit zum Steinbruch, so sind in die Südfassade der im späten Mittelalter auf dem Zollfeld errichteten Wallfahrtskirche Maria Saal einige römische Reliefs eingemauert. Eines zeigt den der Nächstenliebe unverdächtigen Achill, wie er die Leiche Hektors hinter sich herschleift, ein anderes einen vorchristlichen Lebensbaum. Bei den Bauarbeiten für das Hilton Hotel in Mainz wiederum wurden vor einem Vierteljahrhundert die Überreste von neun römischen Rheinschiffen entdeckt. Ein Bronzeabguss eines dieser Schiffe ist in der Hotelhalle ausgestellt. Im schwäbischen Welzheim hat man Lederschuhe römischer Zivilisten im Schlamm eines Brunnens gefunden und weiß seither etwas besser Bescheid über Machart und auch über den Körperwuchs im zweiten nachchristlichen Jahrhundert: Die Männerschuhe messen Größe 42 bis 44, die Damenschuhe 37 bis 40.

Daneben gibt es Überreste, die dem bloßen Augenschein nach kaum einzuordnen sind – ein Fundament hier, ein paar Mauerreste dort. Hier bedarf es im Besonderen der schmucklos gehaltenen Erläuterung durch die Autoren. Das mag in der Vielzahl der Kastelle, Wegmarken und Siedlungen eintönig erscheinen, zeigt aber, wie engmaschig das Netz

der römischen Infrastruktur gesponnen war, das in weiten Teilen bis auf den heutigen Tag fortbesteht. Im slowenischen Celje etwa wird nach wie vor die römische Kanalisation benutzt.

In Rätien, an der bayerischen Donau also, wurde der Limes im Mittelalter zur Teufelsmauer verklärt. Der Satan habe das imposante und deshalb auch unheimliche Bauwerk geschaffen; und in jeder Christnacht reite er auf ihm durch die Lande, erzählte man sich. Längst haben sich die Menschen von derartigem Aberglauben verabschiedet. Ein gesteigertes Interesse am Limes besteht hierzulande aber erst neuerdings wieder, bestärkt durch die Aufnahme des Limes ins Weltkulturerbe der Unesco im Jahr 2005. Allenthalben werden Nachbauten etwa von Wachtürmen errichtet sowie Museen eröffnet, die sich mit den Römern, aber auch mit deren Nachbarn wie den Kelten befassen; gerade auf diesem Feld zeigt sich, wie die Bedeutung des Limes als Grenzbefestigung in den Hintergrund rückt und er aufgrund des Wegenetzes, das in der Folge seiner Errichtung entstand, immer stärker wahrgenommen wird als integratives Werk. Ausdruck dessen ist auch die Fleißarbeit von Vojo und Marlies Vujovic. STEFAN FISCHER

Vojo und Marlies Vujovic

Der Limes

Von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer. Wieser V erlag, Klagenfurt 2008. 767 Seiten in zwei Bänden, 38,85 Euro.

 

„Seht geehrter Herr Vujovic,

Der Limes ist schon an meinen Bureau und ich möchte mich rechtherzlich bedanken – es ist ein sehr interessantes Buch, exzellent geschrieben und, meiner Meinung nach – sehr nuetzlich fuer jeden, der die Geschichte der roemischen Grenzprovinzien studiert.

Meine besten Grüsse fuer Sie und Frau Vujovic, P. Georgiev

Dr. Petko Georgiev

Arheologiceski juzei Varna (Bulgarien)