Zwölf Reportagen von den Einwohnern der Welt zwischen Polarkreis und Kaukasus
ca. 256 Seiten, gebunden, bedruckter Vor- und Nachsatz, Lesebändchen, Prägedruck
EUR 14,95 / sfr 21,00

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»I geh jetzt weg. Bis ins Eismeer.« Mit diesem Schwur, getan von einem Halbwüchsigen in den Tiroler Bergen, beginnt die Geschichte des wahren Anton aus Tirol. Im Jahre 1931 zieht er aus, um »Lopp« zu werden auf immerdar. Und in der titelgebenden Geschichte begegnen wir dem bemerkenswerten Anton Neumeier, 93 Jahre alt, in den Weiten Lapplands.

Doch noch viel weiter spannt sich der Bogen in den restlichen elf »Reportagen von den Einwohnern der Welt zwischen Kaukasus und Polarkreis«: von russischen Fischern im Eis der Fjorde Norwegens, die monatelang auf ihren Booten darben ohne Heuer und Arbeit, über den fi nnischen Juden Salomon Klass, dem die deutsche Wehrmacht das Eiserne Kreuz an die Brust heften wollte, bis zum Aserbaidschaner Kamran, der den allmählichen Untergang seines Landes am Kaspischen Meer schön findet. An die nördlichen und östlichen Ränder Europas, an abseitige Orte und in die Küchen und Erinnerungen der Menschen zwischen Baku, Kirkenes und Sankt Petersburg verirrt sich der Leser gemeinsam mit dem Reporter. Und in den Gesprächen mit dem vermeintlich letzten Koltta-Samen am Inari-See, mit einem Fernfahrer aus Rügen oder einem illegalen Immigranten in Moskau spricht die Weisheit wie die Dummheit, vor allem aber die Unvorhersehbarkeit der Welt. Literarisch und subjektiv sind die Geschichten dieser Menschen erzählt, den gängigen Klischees dabei ganz leise widersprechend.

Thomas Brunnsteiner, geboren 1974 in Leoben. Lebt seit fünf Jahren mit seiner Familie in Venejärvi, einem Dorf in Lappland, Finnland. Verheiratet, eine Tochter und zwei Söhne. Arbeitet als freier Journalist und Schriftsteller, veröffentlicht Reportagen und Texte u. a. in der Neuen Zürcher Zeitung, Frankfurter Rundschau, Berliner Zeitung und der Presse.

Rezensionen & Reaktionen

Pressestimmen

Der Standard vom 18. Oktober 2014

Thomas Brunnsteiner, geboren 1974 in Leoben, lebt in Finnland und bereichert unsere Literatur mit einer also auch bio-grafi sch begründeten exotischen Farbe. Seine Erzählungen oszillieren auf faszinierende Weise zwischen dokumentarischen bzw. ethnografi schen Elementen und reiner Fiktion. Das Fremde wird dabei nicht um seiner selbst willen mythologisiert oder idealisiert, sondern auf quasi journalistische, reportagenhafte Art als das Normale, als uns bereichernde andere Normalität vergegenständlicht.
Ein Mitglied der Jury für das Literaturstipendium des Landes Steiermark